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»Die Geschichte des Tagesgelds

Wie sicher ist TagesgeldNeues Thema eröffnenNeue Antwort erstellenDas Thema einem Freund empfehlenDas Thema druckenDie Bedeutung von Tagesgeld in Wirtschaft & Gesellschaft
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10.02.2011, 18:27


Tagesgeldkonten hatten bis in die 1990er Jahre in Deutschland keine große Bedeutung. Die meisten Deutschen besitzen nach wie vor ein Sparbuch. Die Verzinsung eines Tagesgeldkontos war niedrig, so dass es für Privatkunden keinen Anlass gab, vom bewährten Sparbuch auf ein Tagesgeldkonto zu wechseln. Den Vorteil der täglichen Verfügbarkeit eines Tagesgeldkontos haben wiederum nur Firmen geschätzt, denn diese waren bereit, für Liquidität einen niedrigeren Zinssatz als bei Festgeldanlagen in Kauf zu nehmen. Einen regelrechten Ansturm auf Tagesgeldkonten gab es erst im Jahr 2000: Durch den Börsencrash war das Vertrauen der Privatkunden in Aktien zerstört. Das Streben nach Sicherheit führte viele Anleger wieder zum altbewährten Sparbuch. Die hohen Renditeaussichten, die viele Aktionäre im Auge hatten, hinterließen jedoch ihre Spuren: Mit mageren Sparbuchzinsen wollte sich niemand mehr so recht zufriedengeben. Banken in Deutschland begannen massiv Fonds zu bewerben. Sie hofften, die geschockten Aktionäre mit Fondsprodukten zurückzugewinnen. Die Marketingabteilungen der Banken versuchten durch teure Werbekampagnen, Fonds als ein Produkt zu präsentieren, das von der Entwicklung der Aktien losgelöst sei. Doch diese Rechnung ging so nicht auf: Viele ehemalige Aktionäre hatten zu viel Geld verloren, als dass sie noch einmal ihr verbliebenes Guthaben an der Börse investieren wollten. Das Streben nach Sicherheit hatte von nun an bei Anlageentscheidungen die höchste Priorität.

Im Jahre 2000 wurde von der Banque D'Escompte Paris eine neue Bank gegründet. Mit Hauptsitz in Dublin (Irland) und einem Entwicklungs-Office in Frankfurt am Main entstand die erste reine Internetbank in Europa: First-e. Diese ging mit einem einzigen Produkt, einem Tagesgeldkonto, an den Markt. Der Zinssatz war außergewöhnlich hoch: 6 % Zinsen p.a. lagen deutlich über dem Marktdurchschnitt. Massive Fernseh- und Radiowerbung führten dazu, dass der börsengeschockte Anleger sich dem Produkt Tagesgeldkonto öffnete. Mit einem Tagesgeldkonto kann eine Bank jedoch kein Geld verdienen: Wenn eine Bank 6 % Zinsen p.a. bietet, so muss sie auf der anderen Seite eine höhere Rendite mit anderen Produkten (in der Regel Kredite) erwirtschaften. First-e hatte vor, nach und nach andere Produkte einzuführen. Doch dazu kam es nicht. First-e wurde im Jahre 2001 aufgrund mangelnden Erfolges geschlossen. Alle Kunden erhielten ihre Gelder zurück: Die Muttergesellschaft Banque D'Escompte Paris stand für die Einlagen gerade, die darüber hinaus von der französischen Einlagensicherung geschützt waren (70.000 EUR). Die Sicherheit von Tagesgeldkonten hatte damit ihren ersten großen Test bestanden. Unabhängig von dem Misserfolg von First-e gewann ein Bankprodukt an Popularität: Tagesgeldkonten sind seit dem Jahr 2000 das Zugpferd vieler Banken. Deutschlands größte Direktbank, die ING-DiBa, hat im Jahr 2005 nach eigenen Angaben pro Arbeitstag im Schnitt über 3000 Neukunden, hauptsächlich durch das beworbene Tagesgeldkonto, gewinnen können. Die Geschäftspolitik der Banken unterscheidet sich dabei bis heute nicht von der Idee von first-e: Beworben werden nicht mehr Fonds, sondern Tagesgeldkonten. Nach Eröffnung eines Tagesgeldkontos steht die Bank im direkten Kontakt zum Kunden. Diesem werden andere Bankprodukte, vor allem die nur noch schwer zu vermittelnden Fonds sowie Kredite, vorgestellt. Mittlerweile hat fast jede Bank in Deutschland Tagesgeldprodukte im Angebot. Viele Institute kombinieren den Sicherheitsaspekt eines Tagesgeldkontos mit den Vorzügen eines Fonds (Kombiprodukte): Der Anleger erhält einen außergewöhnlich hohen Zinssatz auf einem Tagesgeldkonto, wenn er auch eine gewisse Summe in einen Fonds investiert.

Seit Juli 2008 will auch das Bundesfinanzministerium der Bundesrepublik Deutschland vom Drang zum Tagesgeld profitieren. Über die bundeseigene Finanzagentur wird die auf dem Interbanken-Zinsindex EONIA basierende Tagesanleihe angeboten, die als Wettbewerbsprodukt zu den Tagesgeldangeboten der Banken und Sparkassen einzuordnen ist.
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Gast 

10.02.2011, 18:27


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